|
FRAGE: Wie wird Alzheimer therapiert?
BRIEDEN: Die vier Wirkstoffe, die Demenz entgegen wirken, halten das Fortschreiten der Erkrankung nicht auf. Sie ermöglichen den Betroffenen aber eine wesentlich bessere Lebensqualität. So bleiben alltagspraktische Fähigkeiten länger erhalten, die Unterbringung im Heim kann hinaus gezögert werden. Diese Effekte sind jedoch zeitlich begrenzt.
FRAGE: Kann Denksport Alzheimer vorbeugen?
BRIEDEN: Geistige Beschäftigung kann in geringem Maße dazu beitragen, eine gewisse Flexibilität im Denken zu unterstützen. Man sollte sein Leben so früh wie möglich gesund gestalten. Wichtiger noch als Gedächtnistraining ist auch bei bereits an Alzheimer Erkrankten regelmäßige und ausreichende Bewegung.
FRAGE: Wie weit ist die Forschung in Sachen Alzheimer?
BRIEDEN: Die biochemischen und neuropathologischen Veränderungen sind offensichtlich so komplex und umfassen so viele Ebenen im Gehirn, dass wir sie mit den derzeitigen Methoden nicht ganz nachweisen können. Wir gehen derzeit davon aus, dass es in den nächsten zehn bis 15 Jahren keine neuen Medikamente gegen Alzheimer auf dem Markt geben wird.
FRAGE: Was sind häufige Probleme bei der Betreuung?
BRIEDEN: Vergesslichkeit kann man durch das Anbringen von Erinnerungszetteln oder häufigem Wiederholen noch halbwegs abfangen. Wenn jedoch Unruhe, Weglauftendenzen, Aggressivität, eine Umkehr des Tag-Nacht-Rhythmus und das Verkennen von Situationen und Personen hinzukommen, dann sind die familiären Hilfssysteme sehr schnell an ihrer Leistungsgrenze. |