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Auszüge: Bildung und kognitive Aktivitäten führen nachweislich zu einem späteren Auftreten von Symptomen einer Demenz vom Typ Alzheimer. Bei vaskulären, d.h. arteriosklerotisch bedingten Formen, die rund ein Drittel der Demenzerkrankungen ausmachen, sind die Möglichkeiten der Vorbeugung sogar besonders groß. Ein großes Problem sei, dass Demenzen oft zu spät diagnostiziert werden mit der folgenschweren Konsequenz, dass sowohl das kognitive, körperliche und sozial-kommunikative Training als auch die medikamentöse Therapie viel zu spät beginnen, so Prof. Dr. Andreas Kruse, Direktor des Instituts für Gerontologie an der Universität Heidelberg.
Günther Sauerbrey, verantwortlich für das Zukunftsforum Demenz, einer Initiative des Unternehmens Merz, beklagte zum einen, dass die Möglichkeiten der Frühdiagnostik viel zu selten genutzt werden, zum anderen, dass nur etwa ein Viertel der Demenzkranken leitliniengerecht Antidementia erhalten. Er forderte zudem, dass die vorgesehene Weiterentwicklung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs endlich umgesetzt werde, damit der bei Demenzkranken anfallende Betreuungsaufwand zumindest teilweise als Leistung der Pflegeversicherung anerkannt wird. Prof. Dr. Hans Georg Nehen, Leiter der Memory Clinic in Essen, stellte das Konzept einer multidisziplinären (Früh-)Diagnostik von Demenzerkrankungen vor. Das Team setzt sich jeweils aus einem Gerontologen, einem Psychologen, einem geriatrisch spezialisierten Neurologen sowie einem internistischen Geriater zusammen.
In einer Langzeitstudie der Universität Nürnberg-Erlangen konnte die präventive Wirkung eines kombinierten Trainings nachgewiesen werden. Mit dem Training von Gedächtnis und Alltagskompetenzen sowie Bewegungsangeboten kann eine möglichst lange Selbstständigkeit älterer Menschen erreicht werden. „Dadurch kann nicht nur die Lebensqualität der älteren Menschen erhöht werden, es ergeben sich darüber hinaus Einsparmöglichkeiten in Milliardenhöhe“, so der Leiter der SimA-Studie Prof. Dr. Wolf D. Oswald. Gelinge es, die Pflegebedürftigkeit aller pflegebedürftigen Menschen nur um einen Monat aufzuschieben, so liege die Kostenersparnis bei über 1 Mrd. Euro im Jahr. Ein gezieltes Bewegungsprogramm (Neue Aktionsräume für Menschen mit Demenz und ihre Angehörige - NADiA) des Instituts für Bewegungs- und Sportgerontologie an der Sporthochschule Köln zeigt ebenfalls positive Effekte. |
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