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Gesundheit

So gelingt die Pflegebedürftigkeit im häuslichen Umfeld

Die Pflege älterer Menschen ist eine sehr anspruchsvolle Tätigkeit. Oft sind die Familien aus verschiedenen Gründen nicht in der Lage, sich rund um die Uhr um ihre Angehörigen zu kümmern. Eine Entlastung ist es, wenn die Pflege durch eine Fachkraft im eigenen Umfeld stattfinden kann. Das häusliche Umfeld geht für die zu pflegenden Personen mit einer Vertrautheit und Sicherheit einher.

Die Aufgabe der Pflegekraft ist es, die Bedürfnisse der Menschen herauszufinden und auf sie einzugehen. Die konkreten Erwartungen der Senioren hängen von ihren Gewohnheiten und ihrem Gesundheitszustand ab. Grundlegend aber gilt es, die pflegebedürftige Person optimal zu unterstützen, sodass der Alltag bestmöglich aufrechterhalten werden kann.

Die ersten Schritte zur Pflege

Bevor eine Pflegekraft zu Ihnen nach Hause kommt, müssen einige Klärungen stattfinden.
Sie selbst oder Ihr Vertreter wenden sich an den zuständigen Arzt des Krankenhauses, in dem Sie behandelt werden. Ebenso können Sie im ersten Schritt mit Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin Rücksprache halten. Anschließend reichen Sie einen formlosen Antrag ein, welcher die Pflege beantragt. Hierzu wenden Sie sich im besten Fall direkt an die Pflegekasse, ebenso ist dies aber auch bei der Krankenkasse möglich. Achten Sie stets darauf, den Namen, das Geburtsdatum, die Wohnanschrift, die Telefonnummer und/oder die E-Mail-Adresse der Person anzugeben, welche die Pflege in Anspruch nehmen wird.

In den nachfolgenden Wochen wird festgestellt, welcher Pflegegrad auf Ihren Angehörigen zutrifft. In Abhängigkeit des Pflegegrades kann dann die passende Form der Pflege sichergestellt werden. Zur sogenannten Grundpflege heißt es:

„Die Grundlage der Leistungserbringung für Pflegepersonen ist im elften Sozialgesetzbuch („SGB XI“) geregelt und genau beschrieben. (…) Das Ziel der Grundpflege besteht darin, das selbstständige Leben der pflegebedürftigen Personen in den eigenen vier Wänden möglichst lange zu erhalten.“ (Quelle: https://www.pflegedienst-hessen-sued.de/grundpflege-sgb-xi.html)

Schließlich ist es wichtig, den Menschen in einem gewohnten Umfeld zu belassen. Dies fördert die Selbstständigkeit, da sich Ihr Angehöriger oder Ihre Angehörige in den eigenen vier Wänden besser auskennt. Zudem kann ein Umzug in ein Pflegeheim mit einer emotionalen Belastung einhergehen.

Darauf sollte im häuslichen Umfeld geachtet werden

Wenn ein älterer Mensch gepflegt wird, hilft die Pflegekraft bei Tätigkeiten, die Schwierigkeiten bereiten. Das kann zum Beispiel das Waschen, Anziehen, Essen oder die Fortbewegung sein. Die Pflegekraft sollte den Patienten nicht die ganze Arbeit abnehmen – er oder sie wird sich wohler fühlen, wenn ihm das Gefühl geben wird, unabhängig zu sein.

Als Angehörige haben Sie die Möglichkeit, die häusliche Pflege für die Pflegekraft, aber auch für Ihren Angehörigen zu erleichtern. Sie können zum Beispiel zusätzliche Griffe im Badezimmer anbringen. Sie erleichtern den Ausstieg aus der Dusche oder die Benutzung der Toilette. Auch rutschfeste Matten und eine bessere Beleuchtung sind nützlich. Die Hygiene älterer Menschen ist äußerst wichtig für ihre Gesundheit, daher ist es wichtig, sich täglich darum zu kümmern.

Mehr als nur Hilfe bei der Hygiene und Ernährung

Die Pflege im häuslichen Umfeld sollte nicht nur Unterstützung in der Hygiene, beim Richten von Medikamenten oder auch bei der Ernährung sein. Damit eine pflegebedürftige Person weiterhin geistig gesund bleibt, bedarf es regelmäßiger Freizeitbeschäftigung. Die Gestaltung der Freizeit älterer Menschen erfordert oft Kreativität. Ausreichende körperliche und geistige Aktivität ist sehr wichtig. Sie fördert eine positive Beziehung zwischen dem Senior und der Pflegekraft oder dem Angehörigen.

Zudem trägt sie zur Erhaltung der allgemeinen Fitness bei. Spazierengehen ist eine gute Idee, denn hierbei handelt es sich um eine leichte Tätigkeit. Sie können auch vorschlagen, fernzusehen, Bücher zu lesen oder Kreuzworträtsel zu lösen. Wenn der Gesundheitszustand des Angehörigen es zulässt, können Sie auch  fortgeschrittenere Übungen anbieten. Beispiele für Aktivitäten, die für Senioren geeignet sind, sind Schwimmen und Nordic Walking. Diese Entscheidung sollte jedoch immer in Absprache mit einem Arzt getroffen werden. Im Fokus sollte der Spaß sowie die Bewegung stehen. Somit können Sie sicherstellen, dass die Pflege im häuslichen Umfeld nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern auch die geistige unterstützt.

Wenn Sie als Angehöriger oder Angehörige die Freizeitbeschäftigung, das Einkaufen oder die Unterstützung bei Arztbesuchen nicht allein meistern können, bietet sich die dauerhafte häusliche Pflege an. Dabei kann eine Fachkraft dauerhaft bei der zu pflegenden Person einziehen. Die Unterstützung findet dann rund um die Uhr statt, sodass besser auf die Bedürfnisse der zu pflegenden Person eingegangen werden kann.

Dauerhafte Pflegekräfte können auf die richtige Ernährung achten

Gesunde und ausgewogene Ernährung ist in jedem Alter wichtig. Ältere Menschen haben jedoch einen erhöhten Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen. Die wichtigste Regel lautet: Vermeiden Sie Fertiggerichte und schwer verdauliche Speisen, Fast Food und kohlensäurehaltige Getränke. Die Ernährung älterer Menschen sollte aus einer Vielzahl von gesunden Produkten bestehen. Dazu gehören zum Beispiel Vollkornbrot, Getreide, Reis, Gemüse, Obst, mageres Fleisch und Fleischwaren, pflanzliche Fette und Nüsse.

Ein wichtiger Punkt bei der Pflege älterer Menschen ist es, ihre Kochgewohnheiten zu respektieren. Schließlich befinden sich die Menschen in Ihrem Zuhause und möchten weiterhin so kochen und backen wie bisher. Es ist jedoch ratsam, darauf zu achten, dass sich diese auf gesundheitsfördernde Gerichte beschränken. Es ist auch ratsam, Ihren Arzt zu konsultieren, bevor Sie neue Zutaten in den Speiseplan der zu pflegenden Person aufnehmen.

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