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Gesundheit

Johanniskraut: Ein natürlicher Stimmungsaufheller in der dunklen Jahreszeit

Es ist ganz normal, dass die Laune manchmal besser und manchmal schlechter ist. Niemand kann jeden Tag gut gelaunt sein. Doch im Winter, wenn die Sonne wenig scheint, leiden viele Menschen unter einer dauerhaft gedrückten Stimmungslage. Mit höherem Alter steigt außerdem zusätzlich das Risiko, an einer Altersdepression zu erkranken.

Jede Depression, die über einen Zeitraum von mehreren Wochen besteht, ist behandlungspflichtig. Bei leichteren Symptomen jedoch kann die Heilpflanze Johanniskraut wertvolle Hilfe leisten. Dieser Artikel erklärt, was das Kraut mit den gelben Blüten leisten kann und was Sie bei einer Eigenbehandlung beachten müssen.

Bei welchen Beschwerden wird Johanniskraut angewendet?

Die meisten Menschen kennen Johanniskraut als pflanzliches Antidepressivum. Es wird häufig eingesetzt, um die Stimmung aufzuhellen und nervöse Unruhe zu lindern. Doch tatsächlich hat es noch diverse andere Heilwirkungen. Viele Frauen schätzen es ganz besonders während der Menopause, wenn die Hormonveränderungen ihnen eine turbulente Zeit bescheren. Nicht nur kann es die typischen Stimmungsschwankungen verbessern, es hilft auch bei wechseljahresbedingten Schlafstörungen. Zudem hat Johanniskrautöl entzündungshemmende Eigenschaften und wird darum auch bei Hautproblemen verwendet. Auf kleine Wunden aufgetragen lässt es diese schneller heilen, einmassiert in die Haut kann es Muskelschmerzen lindern.

Johanniskraut pflücken und verwenden

In der Regel wird für eine Therapie mit Johanniskraut einfach ein entsprechendes Präparat in der Apotheke oder in der Drogerie gekauft. Wer sich ein wenig mit Wildkräutern auskennt, kann jedoch in Deutschland problemlos selbst etwas in der Natur sammeln. Die etwa 50 Zentimeter bis einen Meter hohe Pflanze findet sich insbesondere auf mageren Wiesen und an Waldrändern. Man erkennt sie an ihren auffälligen gelben Blüten und grünen Blättern, die, wenn man sie gegen die Sonne hält, ein Punktmuster offenbaren.

Wie der Name andeutet, beginnt Johanniskraut um den Johannistag, also die Sommersonnenwende herum, zu blühen. In den Blüten befinden sich rötliche Öldrüsen, die den Stoff Hypericin enthalten. Hypericin hat eine auffallend rote Farbe, weswegen sich die Finger rot färben, wenn man die Blüten zerreibt. Es ist auch möglich, die pflegeleichte Pflanze im eigenen Garten oder auf dem Balkon anzubauen. Nach der Ernte lässt sich das Johanniskraut als Tee zubereiten oder mit hochprozentigem Alkohol zu einer Tinktur verarbeiten.

Gibt es Nebenwirkungen?

Im Gegensatz zu synthetischen Antidepressiva und anderen Medikamenten ist Johanniskraut äußerst gut verträglich. Es gibt jedoch eine unerwünschte Nebenwirkung, die bei Menschen auftreten kann: die Photosensibilisierung der Haut. Besonders Menschen mit heller Haut neigen zu diesem Phänomen. Photosensibilisierung bedeutet, dass die Haut eine erhöhte Lichtempfindlichkeit entwickelt. Hält man sich nun für längere Zeit in der Sonne auf, kann es zu einem höheren Sonnenbrandrisiko und zu Entzündungen kommen. Dies passiert insbesondere bei einer sehr hohen Dosierung des Mittels. Durch Sonnencreme mit einem ausreichend hohen Sonnenschutz kann dem aber glücklicherweise gut entgegengewirkt werden.

Zusätzlich kann Johanniskraut Wechselwirkungen mit zahlreichen anderen Medikamenten hervorrufen. Aus diesem Grund ist es wichtig, eine geplante Einnahme im Zweifelsfall mit dem behandelnden Arzt zu besprechen. Johanniskraut schwächt beispielsweise die Wirkung von Medikamenten gegen HIV und von diversen blutverdünnenden Mitteln ab. Auch die Antibabypille und andere hormonelle Verhütungsmethoden verlieren möglicherweise teilweise ihre Wirksamkeit. Außerdem darf Johanniskraut nicht mit anderen Antidepressiva kombiniert werden. Insbesondere schwangere und stillende Frauen sollten auf die Einnahme gänzlich verzichten.

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