evrymmnt/shutterstock.com
Gesundheit

Inkontinenz im Alter: Kein Grund für Scham

Inkontinenz ist bis heute ein Tabuthema. Umfragen zufolge leiden über 20 % der über 60-Jährigen an einer Form der Blasenschwäche. Der Anteil der weiblichen Patienten überwiegt. Sprechen mögen nur Wenige über die unkontrollierbare Urinabgabe. Sogar im vertrauten Raum einer ärztlichen Praxis wagen nur Einzelne den Schritt und sprechen die Erkrankung an. Ein großer Fehler. Inkontinenz ist behandelbar und die Chancen auf Heilung oder Besserung der Symptome sind gut. Eine Chance, die jeder wahrnehmen sollte, denn die Minderung der Lebensqualität durch Inkontinenz ist außergewöhnlich hoch.

Erste Schritte bei Inkontinenz

Am schlimmsten ist die Furcht, dass das soziale Umfeld die Inkontinenz bemerkt. Für den Alltag bieten Drogerien und Apotheke Produkte an, die die Unterwäsche ergänzen, den Urin auffangen und geruchssicher umschließen. Nachts können entsprechende Unterlagen die Matratze vor Urin schützen. Urinbeständige Meterware kann passgenau zugeschnitten werden und unter das Laken gelegt werden. Matratze und Auflage werden so vor dem Eindringen vor Urin geschützt. Die kochfeste Unterlage kann ebenfalls Polsterstühle, Sofas, Autositze und ähnliche nicht waschbare Sitzgelegenheiten schützen.

Inkontinenz bei Frauen

Die häufigste Form von Inkontinenz bei Frauen ist die Belastungsinkontinenz. Beim Lachen, Niesen, Husten oder beim Sport kann der Druck auf den Beckenboden und den Bauch so stark sein, dass es sich die Blasenschwäche bemerkbar macht. Ursache ist eine Schwäche des Beckenbodens, die durch Geburten und Alterungsprozesse ausgelöst wird. Eine weitere Form der auftretenden Inkontinenz ist die Dranginkontinenz. Hier führen schon kleinste Mengen Harn zu dem Drang, eine Toilette aufzusuchen. Nicht selten leiden Frauen unter Mischformen aus beiden Arten der Blasenschwäche.

Inkontinenz bei Männern

Die häufigste Ursache für eine ungewollte Urinabgabe bei Männern liegt an einer Veränderung der Prostata. Mit dem älter werden, kommt es häufig zu einer Vergrößerung der Prostata, die auf die Harnröhre drückt. Meist beginnt die Krankheitsgeschichte beim Mann mit einer Dranginkontinenz, die sich über die Zeit zu einer Überlaufinkontinenz entwickeln kann. Hinter einer Inkontinenz können sich auch psychische Erkrankungen, Harnsteine oder Diabetes verbergen. Ernst zunehmende Ursachen, die auf jeden Fall untersucht werden müssen.

Eine Behandlung beginnen

Mit dem Behandlungsbeginn und einer gestellten Diagnose steht Patienten die Kostenübernahme für Inkontinenzprodukte über die Krankenkasse zu. Die Produkte werden Patienten eine Weile begleiten. Vermutlich wird der behandelnde Arzt oder die Ärztin anregen, ein Tagebuch zu führen. Aufgelistet werden die Trinkgewohnheiten und die Toilettengänge. Dieses Tagebuch ist ein wichtiger Bestandteil der Diagnose. Je nach Ergebnis wird eine Therapie eingeleitet. Bei Frauen kann dies das Training des Beckenbodens bedeuten, eine medikamentöse Therapie oder eine Operation.

Operationen sind mehrheitlich erst dann eine Option, wenn andere Therapieformen nicht wirksam waren. Auch für Männer gibt es gezieltes Beckenbodentraining mit wenigen Übungen, die zu Hause durchgeführt werden können. Je nach Ursache können männliche Patienten erfolgreich mit Medikamenten behandelt werden.

Ähnliche Beiträge

Gesund durch die kalte Jahreszeit: Fünf leckere Tee-Rezepte

Barbara Meisinger

Entspannter Schlaf ohne Rückenschmerzen: Das perfekte Bett finden

Barbara Meisinger

Zahnersatz im Alter: Warum eine Versicherung wichtig ist

Barbara Meisinger