Wassergymnastik für Senioren
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Gesundheit

Wassergymnastik für Senioren: Vorteile und Übungen

Das Alter bringt gesundheitliche Probleme mit sich. Daran kann niemand etwas ändern. Die einen trifft es früher, die Glücklicheren später. Aber drumherum kommt kaum jemand. Deswegen ist es sinnvoll, sich rechtzeitig, solange es noch geht, um seine Fitness zu kümmern. Je eher man sich an eine gewisse Routine in Sachen Bewegung gewöhnt, desto einfacher fallen einem später regelmäßige Trainingseinheiten.

Wer es nicht gewöhnt ist, Sport zu treiben, der muss sich oftmals regelrecht überwinden, sich mit Übungen fit zu halten. Selbstdisziplin ist nicht jedermanns Sache. Aber da gibt ja noch die Wassergymnastik. Es handelt sich dabei um eine Trainingsmethode, die nicht allzu anstrengend ist und zudem noch sehr viel Spaß macht. Es ist eine wunderbare Erfahrung, seinen Körper langsam ins Wasser gleiten zu lassen und in einer Art Schwebezustand allmählich in Bewegung zu kommen.

Wassergymnastik für Senioren: Grundlegende Informationen

Wassergymnastik ist eine besonders schonende Form, um Muskeln aufzubauen und fit für den Alltag zu bleiben. Sie findet normalerweise in beheizten Schwimmbädern statt – im Sommer bieten sich auch Freibäder an. Der Körper schwebt im Wasser und fühlt sich leicht und beweglich an. Mithilfe von Übungszubehör, das auch unter Wasser benutzt werden kann, kann vielseitig und unterschiedlich intensiv trainiert werden. Es gibt unzählige Aquagymnastik-Übungen, für alle Altersgruppen und verschiedenste gesundheitliche Probleme. Das Schöne an Wassergymnastik ist, dass sie sich auch für Menschen mit großem Übergewicht eignen.

Durch den Auftrieb werden auch schwergewichtige Menschen beweglicher, sie sind leichter und können gelenkschonend sportliche Übungen durchführen, die sie unter normalen Umständen an Land nicht durchstehen könnten. Wassergymnastik eignet sich besonders für ältere Menschen. Denn unabhängig vom Körpergewicht haben Senioren alleine aufgrund ihres Alters Gelenkbeschwerden, leiden unter Muskelabbau oder an Gleichgewichtsstörungen aufgrund von Koordinationsschwierigkeiten.

Sanfte Unterwassergymnastik kann ganz gezielt spezielle Beschwerden behandeln und nachhaltige Erfolge erzielen. Durch Übungen, die gleichzeitig die linke und rechte Körperhälfte trainieren, wird die Koordinationsfähigkeit geschult. Was anfangs vielleicht schwierig erscheint, wird im Laufe der Zeit immer einfacher. Der Übungseffekt ist nicht hoch genug einzuschätzen.

Gesundheitliche Vorteile von Wassergymnastik

Aquagymnastik macht besonders viel Spaß, wenn sie in einer Gruppe stattfindet – oft mit motivierender und dynamischer Musik im Hintergrund. Gleichgesinnte sind unter sich. Niemand ist besser oder fitter, jeder hat seine eigenen gesundheitlichen Sorgen und niemand muss sich benachteiligt fühlen. Es gibt viele interessante und reizvolle Übungen in der Wassergymnastik, die die Fitness erhöhen und Muskelkraft aufbauen. Häufig sind es Einzelübungen, die zwar in der Gruppe stattfinden, die aber jeder für sich alleine trainiert. Es gibt aber auch Übungen, in die alle Teilnehmer miteinbezogen werden.

Zur Auflockerung und aus Spaß am Trainieren. Allerdings spricht nichts dagegen, alleine ins Schwimmbad zu gehen, um zu üben und sich sportlich zu betätigen. Die Übungen sind einfach und können beliebig wiederholt werden.

Aquagymnastik übungen
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Unterwasserübungen für Silver Ager: Mit und ohne Zubehör

Im Prinzip können alle Übungen, die an Land funktionieren, auch im Wasser durchgeführt werden. Es gibt zum Beispiel das Boxen unter Wasser, das sogenannte Aquapunching. Häufig wird auch das Radfahren unter Wasser angeboten, das Aquacycling. Man sitzt im Schwimmbecken auf einer Art Fahrrad und tritt unter Wasser in die Pedale. Der Wasserwiderstand bei den Unterwasserübungen ist etwa 60-mal höher als an Land. Dadurch werden alle Übungen automatisch langsamer trainiert und das alles im Schwebezustand. Der Kalorienverbrauch ist aufgrund des Wasserwiderstands wesentlich höher als an Land.

Der Kraftaufwand ist höher und Muskeln werden effektiver aufgebaut, obwohl sich der Körper unter Wasser leicht und beweglich anfühlt. Das macht die Wassergymnastik gerade für schwergewichtige und solche Senioren attraktiv, die aus gesundheitlichen Gründen abnehmen müssen, wie zum Beispiel bei Diabetes oder Bluthochdruck. Wassergymnastik ist für Senioren eine sehr schonende Art des Fitness-Trainings. Neben der Muskulatur wird die Beweglichkeit des Körpers und die Koordination trainiert. Aquafitness ist ein ganzheitliches Training. Die Aquagymnastik-Übungen gibt es mit und ohne Geräte.

Zubehör für Wassergymnastik-Übungen sind Bälle, Hanteln, Schwimmnudeln oder Schwimmbretter. Bei ihrer Verwendung vergrößert sich die Körperfläche, wodurch sich der Wasserwiderstand erhöht, der überwunden werden muss. Deshalb sind Übungen mit Hilfsmitteln besonders effektiv.

Die beliebtesten Übungen für Senioren im Überlick

Einige Übungsklassiker, für die es keine Geräte braucht, werden im Folgenden kurz vorgestellt. Sie sind besonders für die geeignet, die gerne auch einmal alleine zum Trainieren ins Schwimmbad gehen möchten. Die Übungen sind einfach, aber effektiv.

  • Wasser-Jogging: Mit normalen Laufbewegungen durchs Schwimmbecken gehen. Das Wasser sollte höchstens brusttief sein. Die Knie abwechselnd heben und senken. Die Arme seitlich und gegengleich am Körper vorbeischwingen.
  • Wasser-Schere: In aufrechte Schrittstellung gehen. Das linke Bein ist vorne, das rechte hinten. Beide Knie sind gestreckt. Vom Boden leicht hochspringen und die Beine umgekehrt in Position bringen. Die angewinkelten Arme pflügen mit offenen Handflächen gegengleich am Körper vorbei.
  • Wasser-Hampelmann: Die Beine sind geschlossen. Die Arme liegen zunächst ausgestreckt seitlich am Körper. In hüftbreite Beinposition springen und dabei die Hände bei ausgestreckten Armen über dem Kopf zusammenschlagen. Anschließend zurück in die Ausgangsposition springen.
  • Wasser-Pendel: Schulterbreit im brusttiefen Wasser stehen. Die Arme sind seitlich ausgestreckt und liegen auf dem Wasser. Alternativ kann der Beckenrand zum Festhalten dienen. Das Körpergewicht auf das rechte Bein verlagern, das linke leicht anheben. Das linke Bein pendeln lassen. Dann das Ganze mit dem rechten Bein wiederholen. Die Arme können mitschwingen.

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