Viele wollen im Alter keine Last für ihre Familie sein, schon gar keine finanzielle. Deshalb sorgen sie zu Lebzeiten vor, damit die Angehörigen mit den Kosten für die Bestattung nicht alleine dastehen | oneinchpunch/shutterstock.com
Finanzen

Ist die Sterbegeldversicherung eine sinnvolle Absicherung?

Der Verlust eines geliebten Menschen reißt eine große Lücke in das Leben der Kinder oder des Partners. Davor kann sie niemand schützen. Doch sie lassen sich vor den finanziellen Belastungen, die damit zusammenhängen, mit einer Sterbegeldversicherung schützen. Die Sterbegeldversicherung entlastet die Hinterbliebenen finanziell, weil sie in erster Linie die Bestattungskosten absichern soll. Wie sinnvoll sie im Einzelfall ist, hängt beispielsweise von der Prämienhöhe oder dem Alter der versicherten Person ab.

Was ist überhaupt eine Sterbegeldversicherung?

Sterbegeldversicherung oder Sterbeversicherung sind Synonyme für dieselbe Versicherung. Es handelt sich dabei um eine kapitalbildende Lebensversicherung, mit der die Versicherten mit geringen Beiträgen eine vergleichsweise kleine Summe ansparen, um für den Todesfall vorzusorgen, sodass die Angehörigen nicht mit den Bestattungskosten belastet werden. Tritt der Versicherungsfall ein, zahlt die Versicherung die vereinbarte Versicherungssumme, manchmal auch Sterbegeld genannt, aus. Eine Bestattung ist teuer. Für Familien oder bei Eheleuten erscheint die Sterbegeldversicherung sinnvoll, um die Hinterbliebenen finanziell zu entlasten. Gerade wer schon zu Lebzeiten keine Last sein will, will das auch nach seinem Ableben vermeiden.

Was kostet eine Beerdigung?

Zu den eigentlichen Bestattungskosten kommen noch einige weitere Kosten hinzu, wie beispielsweise für die langfristige Grabpflege | pixabay.com

Viele haben nur eine vage Vorstellung davon, welche Kosten auf sie zukommen, wenn ein Elternteil stirbt. Neben der eigentlichen Bestattung ist auch eine ganze Reihe anderer Leistungen zu bezahlen, wie beispielsweise Überführung, Versorgung und Herrichtung des Verstorbenen, verschiedene Formalitäten, Sarg oder Urne, Blumenschmuck, die Bestattung an sich, die Grabstätte, die Trauerfeier, Dokumente und Unterlagen sowie langfristig auch die Grabpflege. Die Gesamtkosten belaufen sich schnell auf 5.000 Euro. Bei einer größeren Trauerfeier steigen die Kosten teilweise auf über 10.000 Euro an. Die Empfehlung der Versicherer für eine vernünftige Versicherungssumme liegt zwischen 3.000 und 7.000 Euro.

Vorsorge kann nicht schon früh beginnen

Eine Sterbegeldversicherung kann niemand schon in jungen Jahren abschließen, da ein Mindestalter vorgeschrieben ist, das meist zwischen 35 und 40 Jahren liegt. Die Zahlung der Versicherungsprämie ist bis zum 85. Lebensjahr vorgesehen. Bei manchen Anbietern liegt das Endalter bei 65 oder 75 Jahren. Danach besteht Versicherungsschutz bis ans Lebensende, ohne dass weitere Beiträge zu entrichten sind. Verstirbt die versicherte Person, zahlt die Versicherung an die im Vertrag begünstigte Person aus. Die Auszahlungssumme kann die eingezahlten Beiträge übersteigen, manchmal zahlen die Versicherer auch nur die eingezahlten Beiträge aus. Das hängt unter anderem mit dem Zeitpunkt des Todes zusammen.

Ein Todesfall belastet die Hinterbliebenen emotional sehr. Mit einer Sterbegeldversicherung lässt sich wenigstens die finanzielle Belastung reduzieren. Das ist insbesondere dann wichtig, wenn schon zu Lebzeiten klar ist, dass die Familie mit den Kosten der Beerdigung finanziell überfordert ist. Eigentum ist dabei im Todesfall selten eine große Hilfe. Denn es sind viele Kosten zu begleichen, deren Bezahlung nicht wartet, bis beispielsweise das Auto oder das Haus verkauft ist.

Sterbegeldversicherung nicht in jedem Fall sinnvoll

Bei einer Sterbegeldversicherung ist immer nur eine geringe Versicherungssumme vereinbart. Es ist wichtig, dass die Versicherungssumme so gewählt ist, dass sich damit auch tatsächlich die Beerdigungskosten vollständig begleichen lassen. Andere finanzielle Belastungen der Familie, beispielsweise der Ausfall des Einkommens, lassen sich damit nicht ausgleichen. Hier ist eine Risikolebensversicherung für Eheleute empfehlenswert, die einen viel umfassenderen Schutz bietet.

Wie hoch die Beiträge für eine Sterbegeldversicherung sind, hängt vom Eintrittsalter der versicherten Person ab. Dabei gilt: Je höher das Eintrittsalter, desto höher sind die Beiträge. Einige Versicherer werben mit besonders günstigen Beiträgen auch bei hohem Eintrittsalter. Damit ist aber immer eine längere Wartezeit verbunden. Vor einer Entscheidung lohnt es sich auf jeden Fall, die verschiedenen Anbieter genauer unter die Lupe zu nehmen und einen Vergleich der Konditionen zu machen.

Was bedeutet Wartezeit im Zusammenhang mit der Sterbeversicherung?

Ehe der Versicherungsschutz eintritt, muss zunächste eine Wartefrist verstreichen. Sie beträgt häufig ein bis drei Jahre. Verstirbt die versicherte Person während dieser Zeit, zahlt die Versicherung nichts oder nur einen Teil der Versicherungssumme. Die Auszahlung ist während dieser Zeit meistens auf die bisher eingezahlten Prämien begrenzt. Je nach Preisgestaltung der Versicherung können die gezahlten Beiträge höher sein als die Beerdigungskosten. In diesen Fällen ist eine Sterbegeldversicherung nicht sinnvoll. Das gilt insbesondere dann, wenn die versicherte Person schon älter und dadurch die monatlichen Beiträge niedrig sind. Hier ist es sinnvoller, das Geld in einen Sparplan einzuzahlen, um damit für die Bestattung vorzusorgen.

Welche Alternativen zur Sterbegeldversicherung gibt es?

Zahlt das Sozialamt die Bestattungskosten, gibt es meistens eine anonyme Bestattung | pixabay.com

Eine Möglichkeit besteht darin, mit einem Bestatter direkt eine Vereinbarung zu treffen und einen Vertrag abzuschließen. Damit lassen sich die Beerdigungskosten ebenfalls abdecken. Sind ausreichende Mittel vorhanden, ist es möglich, das Geld sofort zu hinterlegen. Das hat noch einen weiteren Vorteil. Es ist möglich, schon im Vorfeld alle Vorkehrungen und Wünsche mit dem Bestatter zu besprechen. Das entlastet die Hinterbliebenen zusätzlich, weil sie sich dann nicht damit während der Trauerzeit auseinandersetzen müssen. Allerdings sollte das Geld nicht der Bestatter erhalten, sonst ist es futsch, wenn das Unternehmen insolvent geht. Stattdessen besteht die Möglichkeit, das Geld auf einem Treuhandkonto zu hinterlegen.

Wenn die Angehörigen die Bestattungskosten nicht bezahlen können, muss diese das Sozialamt übernehmen. Dann gibt es in der Regel eine einfache, anonyme und kostengünstige Feuerbestattung. Wer seine Bestattung mitbestimmen möchte, muss rechtzeitig für eine finanzielle Absicherung sorgen.

Die Risikolebensversicherung als Alternative

Die Risikolebensversicherung sichert die eigene Familie oder den Partner ab. Damit können die Angehörigen beispielsweise ein größeres Darlehen ablösen oder die Bestattungskosten bezahlen. Oft ist die Versicherungssumme so hoch gewählt, dass die Familie mit dem Geld eine Zeitlang leben kann. Ein wesentlicher Unterschied zwischen den beiden Versicherungen liegt in der Vertragslaufzeit. Eine Sterbegeld-Versicherungsvertrag endet mit dem Tod der versicherten Person. Eine Risikolebensversicherung hat normalerweise eine bestimmte Vertragslaufzeit. Verstirbt die versicherte Person erst danach, zahlt die Versicherung nichts.

Ähnliche Beiträge

Witwenrente nach Scheidung: Besteht ein Anspruch?

Barbara Meisinger

Wie Sie zusätzliche Gewinne aus Ihrer abbezahlten Immobilie ziehen

Barbara Meisinger

Welche Sterbegeldversicherung ist 2020 die beste?

Barbara Meisinger