Blutgeschmack im Mund
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Gesundheit

Blutgeschmack im Mund: Symptome, Ursachen und Behandlung

Normalerweise haben Menschen den Geschmack der letzten Mahlzeit, eines Kaugummis oder eines Bonbons im Mund. Es kann aber kann aber auch vorkommen, dass man plötzlich den Geschmack vom Blut wahrnimmt. Welche Ursachen kann das haben? Und welche Möglichkeiten zur Behandlung gibt es?

Blutgeschmack im Mund: Grundlegende Informationen

Blut hat einen typischen metallischen Geschmack, der an Eisen erinnert. Die Ursache dafür ist der Farbstoff der Blutkörperchen, der auch Hämoglobin genannt wird. Dieser Farbstoff verleiht dem Blut seine rote Farbe und ist unter anderem für den Transport von Sauerstoff zuständig. Damit ein rotes Blutkörperchen Sauerstoff aufnehmen kann, besitzt es Eisenione. Die Ione binden die kleinen Sauerstoffatome und geben sie bei Bedarf wieder ab. Die Eisenione sind für sich alleine genommen geschmacklos. Wenn sie allerdings in einer Flüssigkeit wie Blut oder Wasser gelöst werden, können die Geschmacksrezeptoren der Zunge die Ione wahrnehmen. Sie erzeugen den typischen metallischen Geschmack von Blut.

Welche Ursachen gibt es für den Blutgeschmack im Mund?

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, wie sich ein Blutgeschmack im Mund begründen lässt. Bei der einen Gruppe von Ursachen ist tatsächlich Blut im Mund vorhanden. Bei der anderen Gruppe kommt der metallische Geschmack allerdings ohne das Einwirken von Blut zustande. Bei folgenden Ursachen befindet sich tatsächlich Blut im Mund.

Zahnfleischbluten

Zahnfleischbluten gilt als die Hauptursache für Blutungen im Mundraum. Dabei kommt es zu kleinen Verletzungen des Zahnfleisches oder des Zahnbettes in Folge von Entzündungen. Die Entzündungen entstehen durch Ablagerungen auf den Zähnen, die auch als Plaque bekannt sind und Bakterien enthalten. Die Bakterien greifen die Zähne und das Zahnfleisch an, wodurch feine Verletzungen entstehen, aus denen Blut in den Mundraum laufen kann. Zahnfleischbluten muss allerdings nicht immer eine Folge schlecht geputzter Zähne sein. Krankheiten wie der durch Vitamin-C-Mangel ausgelöste Skorbut oder HIV bewirken ebenfalls, dass sich das Zahnfleisch entzündet und zu bluten beginnt.

Aphten

Aphten sind kleine Geschwüre im Mundraum, die bluten. Sie können sich auf den Innenseiten der Wangen, im Bereich des Rachens und des Gaumens oder auch auf der Zunge bilden. Obwohl die Aphten normalerweise sehr klein sind, schmerzen sie und heilen auch nur sehr langsam wieder ab. Außerdem können sie immer wieder auftreten. Wie die Geschwüre entstehen, ist noch nicht eindeutig untersucht. Mediziner gehen aber davon aus, dass häufiger Stress eine Ursache sein könnte.

Auch der vermehrte Verzehr von säurehaltigen Nahrungsmitteln wie zum Beispiel Fruchtbonbons oder einem Getränk mit Kohlensäure kann für das Entstehen von Aphten verantwortlich sein. Darüber hinaus geht man davor aus, dass heiße und scharfe Speisen zu den kleinen Verletzungen führen können.

Infektionen der Mund- und Atemwege

Durch Viren und Bakterien kann das weiche Fleisch im Mund und in den Atemwegen stark beansprucht werden. Die Krankheitserreger lösen Entzündungen aus, um sich in die Hautpartien einzunisten und dort zu vermehren. Gerade Erkältungskrankheiten, bei denen die Rachenmandeln anschwellen oder auch eine Bronchitis sind typische Auslöser des metallischen Blutgeschmacks. Wenn die kranken Personen husten oder niesen, wird durch die Intensität der ausgestoßenen Luft Blut und Eiter in den Mundraum transportiert und ist dort deutlich zu schmecken.

blutiger geschmack
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Hochleistungssport

Hochleistungssport beeinflusst die Atmung und die Durchblutung eines Sportlers. Das ist notwendig, damit der Körper auch in den sportlich anstrengenden Situationen genügend Sauerstoff aufnehmen und in die Muskulatur transportieren kann. Als Folge der erhöhten Belastung steigt auch die Ventilation, also der Atemrhythmus an. Die eingeatmete Luft wird weniger mit Schleim und Flüssigkeit angereichert und befeuchtet beim Atmen auch nicht mehr die Schleimhäute im Mundraum so effektiv. Mit der Zeit trocknen die Schleimhäute aus und es bilden sich kleine Risse, durch die Blut in den Mund sickern kann. Bei Marathonläufern oder auch bei Triathleten ist dieses Phänomen keine Seltenheit.

Neben den Ursachen, bei denen Blut in den Mund gelangt und den Blutgeschmack auslöst, gibt es aber auch noch eine Reihe von Ursachen, bei denen kein Blut nachweisbar ist.

Zahnprothesen und Implantate

Ältere Zahnprothesen, Zahnimplantate oder Zahnbrücken bestanden zum Teil aus Metall. Eingesetzt im Mund konnten Eisenionen in dem Metall mit der Säure aus dem Speichel im Mund reagieren und eine Korrosion hervorrufen. Die freigesetzten Eisenionen lösten sich im Speichel auf und erzeugten den metallischen Geschmack. Auch bei Zahnfüllungen aus Gold und Amalgam trat dieser Effekt auf. Heutzutage sind die meisten Zahnprothesen und Implantate dagegen aus hochwertigerem Edelstahl. Dadurch kommt es nicht mehr zur Korrosion, wodurch die Einsätze auch länger haltbar sind.

Fehlerhafte Geschmackswahrnehmung

Einige Menschen haben veränderte Wahrnehmungen von Geschmäckern, die auch als Dysgeusien bezeichnet werden. Stärker ausgeprägte Formen werden auch Parageusien genannt. Die Geschmacksstörungen sind häufig eine Folge von hormonellen Veränderungen, wie sie Frauen zum Beispiel während der Schwangerschaft wahrnehmen. Aber auch Menschen, die eine Hormontherapie machen, bemerken oft Veränderungen in ihren Geschmackswahrnehmungen. Auch bei Diabetikern kann es passieren, dass sie einen Blutgeschmack wahrnehmen, ob wohl kein Blut im Mund nachweisbar ist.

Patienten, die sehr starke Medikamente wie zum Beispiel Zytostatika während einer Chemotherapie einnehmen, können ebenfalls Dysgeusien entwickeln. Aber auch Mittel gegen Allergien oder gegen Schlafstörungen führen die Veränderung der Geschmackswahrnehmung häufig als mögliche Nebenwirkung auf.

Zinkmangel

Zink wird von den Geschmacksknospen der Zunge benötigt, um bestimmte Bestandteile der Nahrung aufzuspalten und zu verwerten. Darüber hinaus spielt das Mineral eine Rolle bei der Produktion neuer Geschmacksknospen. Wenn ein Patient unter einem Zinkmangel leidet, reagiert der Körper in der Anfangsphase relativ unauffällig. Lediglich ein unerklärbarer Blutgeschmack kann als Anzeichen dienen, dass dem Menschen eventuell Zink fehlt.

Schwerwiegende Erkrankungen

Es gibt eine ganze Reihe an Erkrankungen, bei denen die Patienten Blut husten oder Blut ausspucken. Dazu gehören zum Beispiel Tuberkulose oder eine Lungenentzündung. Aber auch ein Magengeschwür kann zu Einblutungen in den Bauchraum beziehungsweise in den Magen führen, die die Patienten hochwürgen und ausspucken. Selbst ein zunächst harmlos wirkender Unfall wie ein Sturz auf den Bauch oder das Gesicht kann zur Folge haben, dass jemand Blut spuckt. In jedem Fall sollten die Betroffenen sofort einen Arzt aufsuchen und sich gründlich untersuchen lassen.

Denn wenn erst einmal Blut ausgehustet oder ausgespuckt wird, ist das immer ein sehr eindeutiges Anzeichen dafür, dass eine gravierende Störung im Körper vorliegt.

Blutgeschmack im Mund richtig behandeln

Damit der Blutgeschmack effektiv behandelt werden kann, muss zunächst die Ursache einwandfrei geklärt werden. In vielen Fällen geht das nur, wenn die Patienten einen Arzt aufsuchen und sich untersuchen lassen. Die Behandlungsmöglichkeiten richten sich immer danach, welches grundsätzliche Leiden zugrunde liegt. Stellt ein Arzt bei einem Patienten eine Infektion mit Viren oder Bakterien fest, dann erhält der Patient Präparate wie zum Beispiel Antibiotika, die die Krankheitserreger abtöten. Sobald die Schädlinge aus dem Organismus entfernt wurden, kann der Körper die offenen Verletzungen im Mundraum wieder reparieren, wodurch auch der Blutgeschmack verschwindet.

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Ist Zahnfleischbluten die Ursache, hilft eine gründliche Parodontosebehandlung vom Zahnarzt, wobei Plaque und Zahnstein entfernt werden. Im Zuge der Behandlung erhalten die Patienten auch eine Ausspülung des Mundraums, mit dem Bakterien abgetötet werden, um die Wundhaltung zu fördern. Das zukünftige Auftreten von Zahnfleischbluten lässt sich durch eine gründliche Zahnpflege und regelmäßige Kontrollbesuche beim Zahnarzt verhindern. Für Hochleistungssportler empfehlen Ärzte spezielle Atemtechniken und das häufige Trinken während des Sports, um die Schleimhäute zu befeuchten und so Einblutungen zu verringern.

Wenn eine Störung der Geschmackswahrnehmung vorliegt, dann lässt sich diese eventuell beheben, indem die Ursachen der Störung behandelt werden. In manchen Fällen ist eine Umstellung der Lebensumstände notwendig. In anderen Fällen muss eine medikamentöse Behandlung erfolgen, damit sich die Geschmackswahrnehmung wieder normalisiert.

Wann ist die Behandlung des Blutgeschmacks nicht möglich?

Es gibt wenige Fälle, in denen keine Behandlung gegen den metallischen Blutgeschmack im Mund nichts unternommen werden kann. Dazu gehören zum Beispiel schwerwiegende Erkrankungen wie ein Krebsleiden. Wenn ein Patient eine Chemotherapie erhält, ist er auf die Einnahme von Zytostatika angewiesen, die die Ausbreitung von entarteten Zellen verringern sollen. Wenn in Folge der Einnahme der Blutgeschmack auftritt, können die Ärzte nur probieren andere Zytostatika anzuwenden. Allerdings bleibt die Wahrscheinlichkeit, dass auch die neuen Präparate den Blutgeschmack als Nebenwirkung aufweisen.

Wie stehen die Heilungschancen?

Bei schwerwiegenden Fällen von Parageusien oder bei einer Erkrankung wie Krebs oder Tuberkulose stehen die Chancen einer Heilung eher schlecht. Schwere Parageusien können sich auf die Geschmacksnerven auswirken, sodass für die betroffenen Personen das normale Geschmackserlebnis nicht mehr möglich ist. Bei einer Krebserkrankung tritt der Blutgeschmack wie erwähnt als Nebenwirkung der Medikamente auf. Solange die Patienten auf die Einnahme der Medikamente angewiesen sind, besteht auch das Risiko, dass der unangenehme Geschmack sich im Mund ausbreitet.

Die meisten Ursachen von metallischem Blutgeschmack lassen sich dagegen gut behandeln. Wenn sich die Patienten an die Behandlungshinweise ihres Arztes halten, ist der unangenehme Geschmack bald verschwunden. Achten die Menschen dann noch etwas besser auf ihre Gesundheit, verringern sie das Risiko des erneuten Auftretens des Blutgeschmacks deutlich.

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