Spiele für Demenzkranke
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Gesundheit

Spiele für Demenzkranke: Beschäftigung leicht gemacht

Für die Angehörigen eines Demenzkranken ist der Umgang nicht mmer leicht. Aber auch der Betroffene selbst merkt zunehmend Veränderungen an sich selbst und ist im Zweifel nur noch bedingt in der Lage, Gesprächen zu folgen oder an Aktivitäten teilzunehmen. Die Demenzerkrankung ist eine schleichende Krankheit, von der vor allem ältere Menschen über 65 Jahren betroffen sind. Dabei handelt es sich bei der Demenz um einen schrittweise einsetzenden Gedächtnisverlust.

Auch andere Hirnleistungen lassen im Verlauf der Krankheit nach. Die Ursachen für die Entstehung der Demenz können unterschiedlich sein. So kann eine Alzheimererkrankung zugrunde liegen oder es kann sich um eine sogenannte vaskuläre Demenz handeln. Es können sich zum einen bedingt durch die Alzheimererkrankung Nervenzellen abbauen oder aber die Ursachen in Problemen wie einer Alkoholsucht, einer Stoffwechselstörung oder einer Medikamenteneinnahme liegen. Zum Teil kann die Erkrankung mit Hilfe von Medikamenten in ihrem Verlauf verlangsamt werden. Aufzuhalten oder gar heilbar ist Demenz leider nicht.

Spiele für Demenzkranke: Seniorengerechte Beschäftigung

Demenzkranke können ab einem gewissenen Stadium der Erkrankung nicht mehr richtig am normalen gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Dennoch wollen sie beschäftigt werden und sie genießen den Umgang mit Freunden und Familie genauso wie jeder andere. Zudem sind auch für Demenzkranke Erfolgserlebnisse und Bestätigungen von Bedeutung. Mit den richtigen Spielen kann man sowohl den Unterhaltungsfaktor als auch ein effektives Gedächtnistraining kombinieren. Wichtig bei der Auswahl des Spiels ist, dass die erkrankte Person nicht überfordert wird. Dies würde nur zu einer neuen Frustration und einer tieferen Unsicherheit führen.

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Auch sollten Fehler nicht angeprangert sondern wenn möglich geschickt übergangen werden. Kleine Herausforderungen dürfen aber gerne integriert werden, um Motivation zu schaffen. Während des Spiels sollte der Demenzkranke regelmäßig mit seinem Namen angesprochen werden. Generell sollten die Ansprache und Konversation auf Augenhöhe erfolgen sowie in einer deutlichen und ruhigen Art. Weiter ist es extrem förderlich, häufiger Lob und Anerkennung auszusprechen, um ein Gefühl der Zufriedenheit zu schaffen. Sollte der Demenzkranke signalisieren, dass er keine Lust mehr hat, dann sollte das Spiel beendet werden.

Gemeinsame Spiele für das Gruppengefühl

Viele Spiele lassen sich auch mit mehreren Personen spielen, so dass man ein neues Gruppengefühl erzeugen und die Kontakte zwischen den Erkrankten stärken kann. Grundsätzlich kann es auch Sinn machen, Spiele zu wählen, die der Demenzkranke schon seit seiner Kindheit kennt. Klassische Spiele sind hierbei Mensch ärgere dich nicht oder auch Würfel- oder Kartenspiele wie Rommé. Wichtig ist, dass die Patienten ihr Gedächtnis anstrengen müssen und motorisch aktiv werden können.

Vertellekes

Ein interessantes Spiel nennt sich „Vertellekes“. Dies ist kein Spiel, bei dem es ums Gewinnen oder Verlieren geht. Vielmehr geht es um die Entfaltung der Kreativität und den Spaß am Spielen selbst. Es wird eine Spielfigur genutzt, die alle Spieler gemeinsam verwenden. Jeder Spieler hat die Aufgabe pantomimisch verschiedene Dinge darzustellen, Fragen bezüglich der eigenen Biografie zu beantworten oder auch einfache Rätsel zu lösen. Dabei können andere Gegenstände als Hilfsmittel genutzt werden. Dies trainiert unter anderem auch die motorischen Fähigkeiten. Der Lieferumfang selbst enthält diverse Spielkarten, einen Würfel, eine Sanduhr sowie eine große Spielfigur.

Waldspaziergang

Ein weiteres tolles Spiel nennt sich „Waldspaziergang“. Auch hierbei gilt es Rätsel zu lösen, Lieder zu singen oder auch kurze Geschichten zu erzählen. Mithilfe von Tierkarten können verschiedene Kategorien gewählt werden. Das Spiel enthält neben den besagten Tierkarten einen Spielplan, einen Spezialwürfel und eine Spielfigur.

Sprichwörterraten

Das nächste Spiel heißt „Sprichwörterraten“. Da bei Demenzkranken das Langzeitgedächtnis meist besser funktioniert als das Kurzzeitgedächtnis, sind den Patienten häufig noch einige bekannte Sprichwörter im Gedächtnis. Während des Spiels werden die Anfänge des Sprichwortes vorgegeben, so dass der Rest nur noch ergänzt werden muss. Es können hier sowohl Sprichwörter als auch Redewendungen verwendet werden.

Erinner dich

Das Spiel „Erinner dich“ ist ein Memoryspiel. Hierbei müssen die Spieler es schaffen, 36 gleiche Paare zu finden. Je ausgeprägter die Demenz, desto weniger Spielkarten sollten zum Einsatz kommen um das Ganze zu vereinfachen. Die Karten des Spiels sind besonders groß und somit handlich. Auch die Bilder wurden sehr einprägsam gewählt.

Aktivierungskarten für die Kitteltasche

Für kurze Spieleinheiten zwischendurch eignet sich das Spiel „Aktivierungskarten für die Kitteltasche“. Hierbei befindet sich auf jeder einzelnen Karte eine kleine Aufgabe. Zudem sind Übungen zur Stärkung des Hör- und Tastsinns enthalten. Man kann gemeinsam Lieder singen oder Reime aufsagen. Das Spiel lässt sich mit zwei Personen spielen oder auch in der Gruppe. Letzteres kann den Zusammenhalt stärken und die Mitspieler dazu anregen, sich gegenseitig zu unterstützen.

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Liederraten

Ein ganz einfaches und dennoch sehr lustiges Spiel ist „Liederraten“. Man kann dabei entweder zu Zitaten aus Liedertexten greifen oder kurze Passagen eines Stücks vorspielen. Nun muss der Titel des Liedes erraten werden und wer es sehr gut beherrscht, kann auch den Interpreten hinzufügen. Besonders lustig wird es, wenn jeder Spieler ein Lied vorsingen muss und die anderen erraten müssen, um welchen Song es sich handelt. Neben dem Singen sind auch Summen oder Pfeifen erlaubt.

Bunte Mischung

Das Spiel „Bunte Mischung“ ist ein Spiel auf Basis von 168 Spielkarten. Diese enthalten verschiedene Themen aus den Bereichen Natur, Zu Hause, Damals, Rätsel oder Bewegung. Es können Lieder gesungen werden und Gymnastikübungen gefragt sein.

Puzzeln

Weiter sind auch Groß-Puzzles eine tolle Beschäftigung. Dies bestehen zum Teil nur aus wenigen Puzzlestücken von 4 oder 6 Teilen. Dies schafft ein einfaches Erfolgserlebnis, die Motorik wird aktiviert und man kann sich nebenbei noch ungezwungen unterhalten.

Tablets

In Zeiten der Technik haben einige Hersteller auch Tablets mit Spielen für Demenzkranke entwickelt. Hier kann der Patient aus hunderten maßgeschneiderter Spiele was für sich Spannendes aussuchen. Man findet hier neben Spielen im Übrigen auch Rätsel oder Kurzfilme.

Rate- und Ballspiele für Demenzkranke

Spielerisch kann man auch die Sinne anregen. So kann man ein lustiges Ratespiel gestalten, bei welchem der Demenzkranke an unterschiedlichen Dingen riechen oder schmecken muss oder auch mithilfe des Tastsinns auf die Lösung kommen muss. Etwas Aktivität bringt man in das Spiel, wenn man zum Beispiel einen großen Ball nimmt und sich mit mehreren in einem Kreis aufstellt. Nun müssen die Mitspieler den Ball immer einer Person zuwerfen, welche dann eine bestimmte Aufgabe erfüllen oder Fragen beantworten muss. Eine Variation dieses Spiels ist „Ich packe meinen Koffer“. Bei diesem Spiel muss jeder Mitspieler ein Teil benennen, welches er in seinen Urlaubskoffer packt.

Der nächste Spieler muss den Begriff des vorherigen Spielers wiederholen und ein eigenes Teil hinzufügen. Diese Übung trainiert das Kurzzeitgedächtnis. Die Spielrunden werden am besten kurz gehalten.

Spiele für Demenzkranke: Unser Fazit

Egal zu welchem Spiel man am Ende greift, wichtig ist, dass man sich um die Demenzkranken kümmert und sie mitreißt. Man muss für Abwechslung sorgen und dem Gehirn immer wieder neue Reize bieten, damit es nicht gänzlich abschaltet und man in Kontakt zu der Person bleibt und ihr hilft, bestmöglich durch die Erkrankung zu kommen und die Lebensfreude zu behalten.

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