Sauerkrautsaft selber herstellen
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Sauerkrautsaft selber herstellen: Anleitung und Tipps

Bei Sauerkraut handelt es sich um einen Weiß- oder Spitzkohl, welcher einem bestimmten Gär- und Konservierungsprozess unterzogen wird. Sauerkraut ist ein typisch deutsches Gericht, welches eine häufige Beilage darstellt. Neben dem Sauerkraut selbst kann man auch den Sauerkrautsaft trinken. Diesem werden bestimmte positive Wirkungen zugesprochen.

Bekannt ist die positive Wirkung des Saftes schon aus der griechischen Antike. Hippokrates lobte den Saft schon im 4. Jahrhundert vor Christus. Dabei ist der Sauerkrautsaft sehr fett- und kalorienarm. Der Geschmack von frischem Sauerkrautsaft ist mild, leicht prickelnd und säuerlich. Im Sommer ist der Saft auch eine herrliche Erfrischung. Generell ist der Saft sehr bekömmlich.

Sauerkrautsaft selber herstellen: Was sollte man beachten?

Sauerkrautsaft ist meistens in Reformhäusern erhältlich und daher nicht ganz preisgünstig. Alternativ hat man aber auch die Möglichkeit, den Saft selbst herzustellen. Hierzu benötigt man eine Menge von 1 kg Weißkohl. Nicht hinzugerechnet werden die äußeren sowie welke Blätter sowie der Strunk. Weiter benötigt man noch 3 Liter frisches Quellwasser oder alternativ 3 Liter stilles Mineralwasser. Wichtig ist, dass das Wasser nicht zu viel Chlorid enthält, da hierdurch die Miilchsäurebakterien absterben würden. Auch Leitungswasser ist ungeeignet. Für die Zubereitung muss der Kohl zunächst einmal gründlich gesäubert werden.

Danach schneidet man den Kohlkopf in feine Streifen und legt diese in eine Schüssel. Das Zerkleinern gelingt mit einem großen Küchenmesser, einem Hobel oder einer Küchenmaschine. Die Streifen können dort geknetet und gepresst werden. Durch diesen Vorgang fließt der Kohlsaft aus den Blättern. Nach dem festen Einstampfen füllt man den Kohl ein ein großes Glas, welches man mit einem Schraubverschluss verschließen kann. Alternativ kann man auch eine Gärtopf verwenden. Das Wasser wird nun hinzugefügt. Es sollte soviel Wasser eingefüllt werden, dass die Blätter vollständig bedeckt sind.

sauerkrautsaft
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Den Verschluss des Glases sollte man nicht ganz festdrehen, damit die entstehenden Gase weiter entweichen können. Zudem sollte eine Luftzirkulation möglich sein. Bei Raumtemperatur kann das Sauerkraut nun gären. Dieser Vorgang sollte etwa 3 -4 Tage in Anspruch nehmen. Danach kann man den Saft abseihen und auffangen, um ihn anschließend zu verzehren.. Das Umfüllen sollte in einer desinfizierten Schraubflasche erfolgen. Den abgefüllten Saft lagert man anschließend im Kühlschrank. Hier hält er sich maximal zwei Tage. Entsprechend sollte man die Menge des Kohls anpassen auf die Portionen, die benötigt werden.

Frischer Kohl ist essentiell

Die Verwendung von frischem Kohl für die Herstellung des Sauerkrautsaftes ist besonders wichtig im Hinblick auf die Inhaltsstoffe. Würde man industriell gefertigtes Sauerkraut als Basis verwenden, dann ist dieses schon sehr stark erhitzt, pasteurisiert und sterilisiert worden. Die Milchsäuregärung erfolgt auf natürlichem Wege durch Bakterien und Hefe. Die Gärung erfolgt weitestgehend ohne Sauerstoff im verschlossenen Glas. Die Kohlenhydrate im Kohl enthalten Glukose. Diese wird durch die Milchsäurebakterien in Milchsäure verwandelt.

Die entsprechenden Bakterien befinden sich bereits auf dem Kohl. Schädliche Bakterien werden ebenfalls wie die Hefe durch die Milchsäure abgetötet. Neue Milchsäurebakterien können nach der Fermentierung nicht entstehen. Dies liegt auch an dem veränderten pH-Wert. Wenn man eine Flasche Sauerkrautsaft selbst hergestellt hat, sollte man diese nicht komplett austrinken. Man kann etwa 100 ml des Saftes zum Annsetzen eines neuen Saftes verwenden. Dies hat den Vorteil, dass die nächste Gärung nur noch 24 Stunden in Anspruch nimmt. Wenn der saft einen unangenehmen Geruch entwickelt, dann ist er nicht mehr trinkbar.

Sauerkrautsaft herstellen: Grundlegende Informationen

Sauerkrautsaft wird aus Sauerkraut gewonnen. Da bei der Herstellung von Sauerkraut Milchsäure zum Einsatz kommt, enthält auch Sauerkraut einen hohen Anteil wertvoller Milchsäurebakterien. Gerade diese Bakterien haben zahlreiche gesundheitsfördernde Effekte. Daneben enthält Sauerkrautsaft einen hohen Anteil an Vitaminen, Hierunter sei vor allem das Vitamin C zu erwähnen. Vitamin C dient der Stärkung des Immunsystems. Außerdem hat es eine antioxidative Wirkung und es wirkt sich anregend auf den Stoffwechsel aus. Ein weiteres Vitamin ist das Vitamin K. Auch dieses ist in hohen Mengen enthalten.

Es ist besonders wichtig für die Knochengesundheit sowie für die Blutgerinnung. Weiter ist Beta Carotin enthalten. Dieses untersützt die Gesundheit der Augen, der Haut sowie der Knochen und trägt zu einem starken Immunsystem bei. Die enthaltene Folsäure ist dafür zuständig, dass sich sowohl die Zellen als auch das Blut neu bilden können. Zuletzt unterstützt Vitamin B11 ein gesundes Nervensystem. Wichtig ist, dass Sauerkraut nicht erhitzt wird, da ansonsten die wertvollen Inhalststoffe verloren gehen.

zubereitung sauerkraut
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Milchsäurebakterien für die Gesundheit

Durch den hohen Anteil an Milchsäurebakterien ist Sauerkrautsaft auch ein natürliches Probiotikum. Probiotika sind in erster Linie für den Aufbau einer gesunden Darmflora verantwortlich. Nützliche Bakterien können sich ausbreiten und Krankheitserreger werden bekämpft. Probiotika werden beispielsweise auch gezielt nach einer Antibiotikabehandlung eingenommen, um die Darmflora wieder zu stärken. Ist die Darmflora gestört, haben vielerlei Erkrankungen leichtes Spiel. Ebenso kann dies zu einer Schwächung des gesamten Immunsystems führen.

Wer unter Verstopfung leidet, dem kann Sauerkrautsaft Erleichterung bringen. Durch die Milchsäurebakterien wird die Verdauung angeregt. Sauerkraft wirkt in Fällen von Verstopfung als natürliches Abführmittel. Dabei setzt die größte Wirkung ein, wenn Sauerkrautsaft firekt am Morgen getrunken wird. Sauerkrautsaft ist in diesem Zusammenhang auch ein häufiger Begleiter von Fastenkuren. Hier wird eine morgendliche Einnahme von ein bis zwei Gläsern auf nüchternen Magen geraten. Weiter hilft die tägliche Einnahme des Saftes dem Körper auch bei der Entgiftung und Entschlackung.

Ballaststoffe & Co. im Sauerkrautsaft

Durch die Ballaststoffe wird die Verdauung nachhaltig angeregt. Wenn man allerdings zu hohe Mengen des Saftes einnimmt, kann dies zu Durchfall führen. Wenn man Sauerkrautsaft als Kur anwendet, dann sollte die Dauer nicht mehr als 10 Tage betragen. Gleichzeitig ist es wichtig, dass täglich ca. 3 Liter Flüssigkeit getrunken werden. Dies unterstützt die Ausscheidung von Giftstoffen und Säuren, die über die Haut, die Nieren und die Lunge abgesondert werden. Bei einer akuten Verstopfung sollte jeweils ein Glas des Saftes vor den Mahlzeiten eingenommen werden. Zudem sollte der Saft in kleineren Schlucken getrunken werden.

Um die Verträglichkeit zu erhöhen, kann man vor der Einnahme noch einen Kräutertee trinken oder ein Glas Milch. Auch die Vorbereitung einer Fastenkur kann sehr gut mit Sauerkrautsaft eingeleitet werden, um den Darm zu entleeren und zu reinigen. Bei einer längeren Einnahme sollte aber der Arzt befragt werden. Gleichzeitig gilt Vorsicht bei der Einnahme des Saftes während einer Schwangerschaft, in der Stillzeit sowie grundsätzlich für Kinder unter 14 Jahren. Gleiches gilt für Menschen nach einer schweren Erkrankung oder unter der Einnahme bestimmter Medikamente. Wird Sauerkrautsaft vor dem Essen getrunken, so kann er im Übrigen auch den Appetit dämpfen.

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