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Finanzen

So schützen Sie Ihre Rücklagen vor der Inflation

Der Ruhestand kann die schönste Zeit des Lebens bedeuten, besonders wenn man nun von den Früchten seiner Arbeit leben kann. Doch vielen Senioren macht die steigende Inflation derzeit einen Strich durch die Rechnung: So lag etwa im Juli 2022 die Teuerungsrate bei 7,6 % mit anhaltender Tendenz. Doch schon mit wenigen Tipps lassen sich die gröbsten Wertverluste vermeiden.

Anleihen

Sein Erspartes auf dem Girokonto oder dem Tagesgeld zu parken, ist momentan keine gute Idee. Zwar haben die Zinsen hier bei einzelnen Banken zuletzt etwas angezogen. Bei der derzeitigen Inflationsrate muten die mitunter angebotenen Habenzinsen von 0,5 % jedoch geradezu lächerlich an. Besser ist es daher, Anleihen von Unternehmen oder dem deutschen Staat zu erwerben. So können etwa mit einer fünf- oder zehnjährigen Anleihe durchaus mittlere einstellige Renditen erwirtschaftet werden. Das liegt zwar immer noch deutlich unter der aktuellen Inflationsrate, ist jedoch weitaus besser als nichts. Der Haken dabei: Das eigene Geld ist für die Anlagezeit dem Zugriff entzogen.

Edelmetalle

Als Alternative bietet sich der Kauf gewisser Mengen von Edelmetall an. So ist etwa Gold die klassische Krisenwährung schlechthin. Ob nach einem Kauf die Wertsteigerung mit der Inflationsrate Schritt halten kann, ist alles andere als ausgemacht. Daher sollten Gold und Co. vor allem als Rückversicherung betrachtet werden, die sich im Bedarfsfalle schnell zu Geld machen lässt. Ein Anteil von 20 % am Gesamtvermögen sollte jedoch niemals überschritten werden.

Luxusprodukte

Jüngst hat sich der Markt für viele Luxusprodukte als sehr stabil erwiesen und ist während der Krisenzeiten sogar gewachsen. Ein Investment in Kunstwerke, Luxusuhren und sogar Whiskeys wird daher für viele Anleger zunehmend interessanter. Durch die hohe Nachfrage und die stabile Wertwertwicklung kann mit diesen Produkten daher unter Umstände sogar die Inflation umgangen werden. So haben etwa hochwertige Uhren in den letzten zehn Jahren im Schnitt 90 % an Wert zugelegt.

Vorteilhaft sind hier die leichte Lagerungsfähigkeit und ein stabiler Weltmarkt mit konstanter Abnahmemenge. Auch sind viele Marken wie Patek Philippe oder Rolex für ihren beständigen Wertzuwachs bekannt und bei ausgesuchten Händlern auch online erhältlich. Wer hier in die Materie eintaucht, kann der galoppierenden Inflation vielleicht sogar ein Schnippchen schlagen.

Aktien

Auch in Zeiten des allgemeinen Geldwertverlusts bleiben sie eine klassische Option zur Geldanlage: Aktien. Zwar sind sie in diesen turbulenten Zeiten durchaus starken Wertschwankungen unterworfen. Doch wer hier klug investiert und etwa auf antizyklisches Handeln setzt, kann auch sogar von der Inflation profitieren. So stehen derzeit viele Unternehmenswerte unter Druck, die groß genug sind, um mittel- bis langfristig mit einiger Wahrscheinlichkeit wieder Boden gutzumachen. Garantieren kann dies letztlich natürlich leider niemand. Zudem gilt auch hier: Je kürzer der Anlagehorizont, umso schlechter sind die Renditeerwartungen.

Wer daher jederzeit die Möglichkeit behalten möchte, ohne Verluste flüssige Mittel aus seinem Vermögen zu entnehmen, der dürfte mit Unternehmensanleihen von kurzer Laufzeit oder Edelmetallgeschäften besser bedient sein. Denn langfristig haben gerade Indizes zwar eine sehr hohe Chance, nach dem Ende der Inflationszeit wieder ein Allzeithoch zu erreichen. Wem es jedoch vor allem darum geht, jetzt die Schäfchen ins Trockene zu holen und die Inflationszeit ohne größere Vermögensverluste zu überstehen, der sollte statt auf Aktien doch eher auf harte Sachwerte setzen.

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